Dienstag, 5. November 2013

Was hätte ich ihr denn sagen sollen, das es diese Melody, die sie dachte zu kennen, nie gab? Das Melody nicht das glückliche Mädchen von neben an war, sondern Tage lang weinend in ihrem Bett lag, nicht mehr auf die Autos achtete wenn sie über die Straße ging.. - Melody war schwach, kaputt, und alles was sie noch hatte, waren diese ganzen Klingen, diese ganzen schlechten Gedanken, die sie innerlich schon längst umgebracht hatten. Hätte ich ihr sagen sollen, das Melody die war, die die Schnitte vor ihr versteckte, unter ihren langen Pullovern, den Schwarzen Strickjacken, den langen Schwimmhosen und den vielen Armbändern? Hätte ich  sagen sollen, das es mein Wunsch war, zu sterben? Nicht, weil ich mich so nach dem Tod sehnte, einfach, weil ich nicht mehr so weiter leben konnte, wie die letzten Jahre. Wie jetzt, und die nächsten Tage. Hätte ich ihr, von all' dem was in mir war erzählen sollen, während dessen wir uns das Leben schön redeten, unsere Freundschaft, diese Welt? Was wäre nach der ganzen Wahrheit, aus diesem "Wir" zwischen mir und ihr geworden?  Aus diesem "Uns". Es wäre ein reiner Kampf aus beschützen und überleben, aus Schmerzen und Tränen, einem Haufen von Sorgen und Misstrauen. Und das war das letzte was ich wollte. Ich wollte, das sie glücklich ist, nicht das sie Nächte lang wach liegt, und sich fragt, ob ich den nächsten Tag überleben würde. Ich wollte neben ihr sitzen, neben ihr schlafen, und die ganze Welt vergessen, nicht über die ganzen Schmerzen reden, ich wollte lachen und leben, nicht weinen und trauern. Doch eigentlich, will ich nur, das sie mich kennt, das sie Melody kennt, und vielleicht ist dieser Blog hier, die einzige Möglichkeit, ihr zu zeigen, wer Melody ist, wer sie war, und was sie alles hinter ihrem kleinen Lächeln, all' die Jahre versteckt hatte.



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